Burnout Prävention

Die Geschichte von Severin

Als Severin seinen neuen Traumjob als Teamleiter antritt, ist er Feuer und Flamme. Hingebungsvoll kümmert er sich um jedes Problem, beantwortet alle wichtigen Kundenanfragen persönlich und hat stets ein offenes Ohr für seine Kolleginnen und Kollegen. Severin macht sich schnell unentbehrlich und bekommt viele positive Rückmeldungen. Das Lob erfüllt ihn mit Stolz und spornt ihn an, jedes Ziel erreichen zu können. Da er häufig im Homeoffice arbeitet, sitzt er meist noch abends und sogar am Wochenende am Schreibtisch. Doch nach und nach verliert Severin die Übersicht, Fehler und Kundenbeschwerden häufen sich. Es fällt ihm schwer, Aufgaben zu delegieren. Würde das nicht den Eindruck erwecken, dass er seinen Laden nicht im Griff hat?

In einem Gespräch bietet Severins Chef Hilfe an, doch er lehnt jede Form der Unterstützung ab: Er schaffe das schon! Doch innerlich spürt er, dass das nicht stimmt – schon länger fühlt er sich erschöpft, antriebslos und niedergeschlagen.

Sein Chef schickt ihn zur Erholung für eine Woche in den Urlaub – für Severin eine Strafe. Er hat es nicht geschafft! Als er auf seiner Couch sitzt und die Wände anstarrt, fällt ihm auf, wie leer sein Leben eigentlich geworden ist. Seine Freundin ist bereits vor sechs Monaten ausgezogen. Alles, was ihm früher einmal wichtig war – Hobbies, Freundschaften, Sport – hat er vernachlässigt.

Plötzlich klingelt es an der Tür. Es ist seine Kollegin Laura. „Dir geht es gerade nicht so gut, oder?“ fragt sie mitfühlend. Severin nickt vorsichtig. „Magst du darüber reden?“, fragt Laura. Und da Laura offensichtlich nicht die Absicht hat, Ratschläge zu erteilen, sondern einfach nur zuhört, beginnt Severin zu erzählen: Dass sein Kopf ein einziges Gedankenkarussell ist, dass er nicht mehr schlafen kann, Schwierigkeiten damit hat, Entscheidungen zu treffen, sich Dinge zu merken und neue Ideen zu entwickeln. Seine Arbeit und die Menschen in seinem Umfeld sind ihm gleichgültig geworden, er empfindet keine Freude und keine Empathie mehr.

Laura hört geduldig zu. „Ich kenne das“, sagt sie, als Severin geendet hat. „Ich habe so eine Phase auch schon einmal erlebt.“
„Wirklich?“ fragt Severin ungläubig. „Du auch?“ Sie nickt. „Und wie hast du es geschafft, da wieder ‘rauszukommen?“

Laura beginnt zu erzählen…

 

Wege aus dem Burnout

Ein Burnout ist ein Zustand psychischer und physischer Erschöpfung, der zu einer Depression führen kann. Insbesondere hoch leistungsorientierte Menschen sind gefährdet, auszubrennen. Bei einem Burnout kommen innere und äussere Faktoren zusammen: Perfektionismus, Selbstüberforderung, ein starker Wunsch nach Anerkennung sowie die Schwierigkeit, „Nein“ zu sagen, treffen auf ein Arbeitsumfeld, welches ein gutes Gespür für die eigenen Bedürfnisse erfordert. Wer ausschliesslich die eigene Leistung als Quelle des Selbstbewusstseins wahrnimmt, verliert hier schnell den Kontakt zu sich selbst.

Ein Burnout ist ein schleichender Prozess, der sich durch Frühwarnzeichen ankündigt. Wird die Krise rechtzeitig erkannt, ist der Burnout in der Regel gut behandelbar bzw. abwendbar. Unbehandelt droht jedoch die dauerhafte Arbeitsunfähigkeit.

 

Checkliste Burnout Erkennung

Mit Hilfe der nachstehenden Checkliste können Sie überprüfen, ob Sie gefährdet sind und wie Sie einem Burnout vorbeugen können:

  • Wie wichtig sind Ihnen Ihr eigenes Wohlergehen und Ihre Bedürfnisse? Wenn Sie selbst keine Verantwortung für Ihre Gesundheit übernehmen, wird es auch kein anderer für Sie tun.
  • Wie sehr hängt Ihr Selbstwert von der Anerkennung durch andere ab? Selbstwert bedeutet, sich selbst wertzuschätzen. Loben Sie daher nicht nur Ihre Kolleginnen und Kollegen, sondern auch sich selbst nach einem anstrengenden Tag.
  • Wie ist Ihre Einstellung zu Fehlern? Fehler sind wichtige Lernerfahrungen, die Menschen im Leben weiterbringen.
  • Überprüfen Sie alte Glaubensmuster aus Ihrer Kindheit: Sie müssen nicht perfekt sein und nicht alles schaffen, Sie dürfen Aufgaben abgeben und der Laden läuft auch, wenn Sie mal nicht da sind. Übrigens: Der Mut, sich eine Schwäche einzugestehen, ist eine grosse Stärke.
  • Sie grübeln oft über Dinge nach, die bereits vergangen sind oder sorgen sich um Probleme, die noch gar nicht da sind? Konzentrieren Sie sich auf das, was hier und heute gut ist bzw. was Sie heute lösen können.

Holen Sie sich rechtzeitig Hilfe und sprechen Sie mit Menschen über Ihre Situation: Das kann eine Vertrauensperson, ein Psychotherapeut oder der Hausarzt sein.

Die beste Burnoutprävention sind die sogenannten „weichen“ Faktoren im Unternehmen – ein wertschätzender Umgangston, eine Kultur der Fehlertoleranz sowie informelle und empathische Kommunikation. Insbesondere Führungskräfte können dadurch einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Betriebskultur leisten.

Persönliche Tipps

In den Kurzvideos geben wir persönliche Tipps für die Burnout Prävention.

Kontakt

Rene Schneider, Leiter Care Zindel United

René Schneider
Leiter Care Zindel United

+41 81 303 73 11
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