Übers Wochenende zurück auf Feld 1

Die Nolla ist ein Wildbach, entspringt auf dem Glaspass auf einer Höhe von etwa 1’845 Metern über Meer, führt bis nach Thusis und mündet dann in den Hinterrhein. Im SAC Jahrbuch 1910 beschrieb S. Meisser die Nolla ehrfürchtig:

«Einer der gefährlichsten unter diesen [Wildbächen], nach dem Urteil erfahrener Fachmänner wohl der gefährlichste von allen im Gebiete der ganzen Schweiz, ist die am Ostabhang des Piz Beverin und am südöstlich geneigten Abhang des südlichen Heinzenberges aus einer Menge von Quellen entspringende und nach einem kurzen Lauf von kaum zwei Stunden bei Thusis in den Hinterrhein mündende Nolla.»

An den sanierungsbedürftigen Bachsperren der Nolla arbeitet seit Ende August die Mannschaft der Zindel + Co. AG. Es werden beispielsweise die Abflusssektion mit Granitsteinen ausgebildet oder Blocksteinleitwerke erstellt.

Wildbach Nolla. Sperre Sanierung Zindel & Co. AG Maienfeld

Der Aushub - kurz erklärt

Der Aushub ab bestehender Bachsohle hat eine Höhe bis zu 7 Metern. Die bestehende Sperre wird in Etappen unterfangen und bekommt neue Seitenflügel, sowie eine komplette Vorsperre. Die Arbeiten im Gewässer bedingen eine aufwändige Wasserhaltung, welche offen über die bestehende Sperre geleitet wird (links und rechts).

Um den Schutz des Personals vor etwaigen Murgängen, Hochwasser sowie Baugrubeneinsturz zu gewährleisten, wurde ein Monitoring installiert. An verschiedene Punkten der bestehenden Sperre wird gemessen und Deformierungen aufgezeichnet. Wird eine festgelegte Marke überschritten, wird ein akustischer und ein visueller Alarm ausgelöst. Verbunden ist dieses Monitoring zudem mit den Meteo Schweiz-Warnungen, welche spezifisch für dieses Projekt das gesamte Einflussgebiet der Nolla aufzeichnet.

Die Arbeiten müssen bis im Winter 2023 abgeschlossen sein und gearbeitet wird nur in der gewitterarmen Saison. Ein straffes Programm, welches dem Baustellenpersonal einiges abverlangt, dies u.a. da über die Wintermonate keine Sonnenstrahlen die Baustelle erreichen.

Ein detaillierter und informativer Bericht über die baulichen Massnahmen ist im «pöschtli» vom 17. November 2022 zu lesen:

Bericht lesen

 

Felssturz am Piz Beverin

14. Oktober 2022: Kurz vor besagtem Freitag ereignete sich am Piz Beverin ein Felssturz. Das angefallene Material hatte sich in der Nolla oberhalb der Baustelle angesammelt. Durch die Unwetter am darauffolgenden Wochenende hatte sich das Material in die Baugrubensicherung verschoben. Das folgende Bild zeigt das Ausmass. Zurück auf Feld 1.

Felssturz Piz Bevering - Nolla Ende Oktober 2022

Der Zindel Tiefbau und die Ribbert AG haben ganze Arbeit geleistet und die Baugrube wieder freigelegt. Die ca. 10’000 m³ Geröll wurden wieder ausgegraben und abgeführt, sodass anschliessend mit der Baugrubensicherung und Betonierarbeiten weitergemacht werden kann. Die Baugrubensicherung hat die ganze Sache unbeschadet überstanden.